Über das Projekt

Die Digitalisierung hat Einzug in das nachbarschaftliche Zusammenleben erhalten. Durch das Internet, Smartphones und soziale Medien entstehen immer mehr Möglichkeiten sich über Ereignisse in der Nachbarschaft zu informieren und lokal mit anderen zu vernetzen. Das Forschungsprojekt untersucht, wie sich die Nutzung von neuen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) auf Nachbarschaftsvertrauen, lokale soziale Beziehungen, Ortsbindung oder Sicherheitsempfinden in der Nachbarschaft auswirkt. Führt die Digitalisierung des nachbarschaftlichen Zusammenlebens zu sozialer Spaltung oder neuer Vergemeinschaftung?

Projektbeschreibung

Die Studie kombiniert quantitative und qualitative Forschungsmethoden in zwei Bausteinen, um einen möglichst umfassenden Einblick in die Verbreitung, Nutzung und Auswirkungen der Informations- und Kommunikationstechnologien in der Nachbarschaft zu gewinnen. Der erste Baustein ist eine postalische Bevölkerungsbefragung von 25.000 Bewohner:innen in 160 zufällig ausgewählten Wohngebieten in Essen und Köln. Durch das Stichprobendesign lassen sich sowohl Zusammenhänge auf der Individualebene als auch Zusammenhänge zwischen Wohngebietskontexten und individuellen Einstellungen und Handlungen untersuchen. Der zweite Baustein beinhaltet eine qualitative Untersuchung in sozial und ethnisch heterogenen Wohngebieten. Ca. 40 qualitative Leitfadeninterviews sollen detaillierte Einblicke in die Bedeutung für den Aufbau sozialer Kontakte in der Nachbarschaft und die konkrete Nutzungspraxis liefern.

Im Mittelpunkt des Erkenntnisgewinns steht die Identifikation von förderlichen und hinderlichen Bedingungen lokaler Integration und gruppenübergreifender Interaktion unter besonderer Berücksichtigung der Auswirkungen digitaler Kommunikationstechnologien in der Nachbarschaft. Die Erkenntnisse des Projekts tragen dazu bei, digitalisierungsbedingte Ungleichheiten und Ausgrenzungen zu erkennen und zukünftige Entwicklungen inklusiver zu gestalten. In Zusammenarbeit mit den Akteuren aus der Praxis (Nachbarschaftsinitiativen, Migrant:innenselbstorganisationen, Quartiersmanagements, kommunale Verwaltung, Wohnungswirtschaft) sollen die Projektergebnisse den sozialen Zusammenhalt in einer pluralisierten und sozial-integrierten Gesellschaft stärken.

Förderpartner

Die Stiftung Mercator ist eine private, unabhängige Stiftung. Sie strebt mit ihrer Arbeit eine Gesellschaft an, die sich durch Weltoffenheit, Solidarität und Chancengleichheit auszeichnet. Dabei konzentriert sie sich darauf, Europa zu stärken, den Bildungserfolg benachteiligter Kinder und Jugendlicher insbesondere mit Migrationshintergrund zu erhöhen, Qualität und Wirkung kultureller Bildung zu verbessern, Klimaschutz voranzutreiben und Wissenschaft zu fördern. Die Stiftung Mercator steht für die Verbindung von wissenschaftlicher Expertise und praktischer Projekterfahrung. Als eine führende Stiftung in Deutschland ist sie national wie international tätig. Dem Ruhrgebiet, der Heimat der Stifterfamilie und dem Sitz der Stiftung, fühlt sie sich besonders verpflichtet.